Reiten auf der Sicherheits-Welle

Der «Kassensturz» hat in der heutigen Sendung Internetnutzer mit vertraulichen Dokumenten überrascht, die auf ihren ungeschützen Computern eingesehen werden konnten. Die meisten PCs stehen weit offen wie unverschlossene Türen, sagt der Kassensturz.

Die Sendung gibt die Schuld den Providern und «unsicheren» Modems. Erst auf Grund der Kassensturz-Recherchen hätten die Anbieter reagiert und Verbesserungen versprochen.Tatsächlich gingen in den letzten Wochen und Tagen mehrere Sicherheits-Portale online, so von Bluewin, Sunrise und cablecom. Und auch Microsoft bemüht sich um mehr Informationen. Das ist die Sicherheits-Welle, die als Echo auf die aktuellsten Würmer durch die Medien rollt. Und jetzt hat auch der Kassensturz eine solche Geschichte gemacht.

Natürlich liegt der Kassensturz falsch, wenn er die Schuld den Providern gibt. Die eingesehenen Dokumente sind schliesslich nur möglich, weil die User die Datei- und Druckerfreigabe in den LAN-Einstellungen aktiviert hatten. Doch das ist nunmal eine Systemeinstellung, für die jeder selber verantwortlich ist – etwa wie die Lautstärkeregelung.

Und die drei Sicherheits-Tipps, die der Kassenstrurz am Ende liefert (Firewall, System-Update, Anti-Viren-Software), haben wiederum wirklich nichts mit den Providern zu tun. Es sind aber genau die Punkte, die schon seit Ewigkeiten von allen Anbietern als Sicherheitsmassnahmen propagiert werden.

Nur, etwas Geist, um mal selber ein paar Gedanken zur Computersicherheit anzustellen, kann man den Nutzern ja nicht verkaufen.

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