Orgelfest

Heute am Orgelwettbewerb in der Bühlkirche:

Das Thema bestand aus den Grundtönen des zu improvisierenden Chorals, hatte aber eine so filigran-träumerische Gestimmtheit, dass ein jüngeres Weib auf der Evangelienseite zu Recht ausrief: «Ich sehe den Himmel!» Und das Thema wollte nicht mehr enden, schwang von der einen Sequenz zur anderen, immer höher und immer duftiger, bis es schliesslich in die Dominante pendelte, auf welcher die zweite Stimme dasselbe Spiel von vorne beginnen durfte.

Nein, gerade so wie beim Orgelwettbewerb in «Schlafes Bruder» ging es nicht zu und her.

Die Zuhörer konnten zu den sechs Kandidaten ihre Wertung abgeben und Notizen aufschreiben. Das gefiel mir.

Ein Stück fand ich «nicht packend», ein anderes betitelte ich mit «Disney». An einer Stelle störte mich ein «stimmungsmässiges Durcheinander». Eine Passage hatte «wenig Zug». Ich fand, ein Musiker «spielte für sich». Oder ich notierte: «ergreifend, Steigerung ins Pompöse», auch mal «grell» oder «angenehm leise». Einfach «schön, phantasievoll, tadellos» bewertete ich meinen Favoriten.

Die Musik kann man nicht mit Worten fassen. Wörter können aber Klang beschreiben. Dieses Spiel war unterhaltsam.

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