Olaf fordert aufgewecktere Schweizer Blogger. Die Erwartung ist es scheinbar, dass auf Grund von Nachrichten und Ereignissen sofort ein Aufschrei durch die CH-Blogs geht (wie das in Deutschland – oft in Copy-Paste-Manier – ja stattfindet). Dashalb hier drei Beispiele für Aufschreie der letzten Tage und wo sie stattfanden:
- Aufschrei 1 wegen des «Tagesschau»-Beitrags zur Ausstellung
Incredible Subjects
. Gelesen bei Matthias, Cyberwriter und DIENSTRAUM. - Aufschrei 2 wegen der fehlerhaften URLs bei der «NZZ». Gelesen bei medienspiegel.ch.
- Aufschrei 3 weil der M-electronics Musik-Download nur mit dem Internet Explorer funktioniert. Gelesen bei David und Urs.
Und andere Quellen, die ich nicht überblicke, haben vielleicht auch geschrieben.
Was Blog-Aufschreie, die nicht stattfinden, mit Neutralität zu tun haben (Olaf bringt diese beiden miteinander in Verbindung), darüber will ich noch nachdenken.









elf Kommentare:
…ich mag`s gern provokant und lehne mich auch gerne weit aus dem Fenster. Ein bisschen Sarkasmus hier, ein wenig ‹bertreibung dort… Allerdings habe ich schlecht recherchiert, es gab ja sehr wohl schon Beiträge aus der schweizer Blogosphäre.
Meiner Meinung nach braucht es für einen “Aufschrei” (in der CH-Blogospäre) ein bisschen mehr…
“…üben sich mal wieder in Neutralität” war vielleicht nicht ganz passend, “…sind mal wieder etwas langsamer” wäre da wohl besser gewesen. ;)
Olaf (link) - 03. Februar 2005 - 21:55 Uhr
Ich finde Blogs, die nur zitieren, kopieren und auf andere (Blog-)Beiträge verweisen, eigentlich ziemlich öde… “Copy-Paste-Manier” ist da ein gut getroffener Ausdruck.
Alain (link) - 03. Februar 2005 - 22:29 Uhr
Langsamer, Olaf?? Wir waren schneller als ihr alle zusammen. Ansonsten stimme ich Alain zu. Was bringt ein Blog, der nur aus Möchtegern-Memes besteht.
Matthias (link) - 03. Februar 2005 - 22:49 Uhr
Wenn einer in seinem Tempo zu den Themen, die ihm wichtig erscheinen, bloggt, verpasst er vielleicht den Aufschrei.
Beim Bloggen besteht die Gefahr, übereilt etwas zu schreiben, weil es viele andere tun. So stelle ich das fest beim Bloglesen wie beim Schreiben.
Diese drei Geschichten fand ich bemerkenswert und wollte sie in diesem Zusammenhang (für mich) dokumentiert haben.
Olaf, deine Provokation finde ich schon in Ordnung. Ich empfand es allerdings als eine Erwartung und fragte mich, ob diese gerechtfertigt ist.
Stefan Bucher - 03. Februar 2005 - 22:57 Uhr
…ich sehe das nicht so wie ihr! Durch “Copy-Paste-Bloggen” werden Nachrichten schnell im Web verbreitet. Blogs, die ausschliesslich andere Blogeinträge bringen sind Metablogs, bis jetzt ist mir aber noch kein Metablog untergekommen der nicht ausdrücklich darauf hingewiesen hat. Der Blogshop ist ein Blog der nur ein Thema hat: Blogs. Interessante Beiträge zum Thema aus anderen Blogs greife ich auf und verlinke sie entsprechend. So gesehen bin ich auch ein “Copy-Paste-Blogger”. Eine andere Sache ist es Meinungen ohne hinterfragen zu übernehmen (was in der deutsch(spachigen)en Blogosphäre schon mehr als einmal vorgekommen ist).
Ich bin ein Blogger und kein akkreditierter Journalist. Ich schiesse gerne mal einen Beitrag “aus der Hüfte” auch auf die Gefahr hin daneben zu liegen. Natürlich versuche ich keinen “scheiss” zu schreiben, Sachen zu erfinden oder ähnliches. Wenn ich was falsches geschrieben habe weise ich in einem Nachtrag darauf hin. Ich kann Kritik ab und bin lernfähig.
Weblogs sind eine Möglichkeit eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, fernab der üblichen Berichterstattung der etablierten Medien. Weblogs sind zB in Spanien, Frankreich oder Polen viel verbreiteter als in Deutschland. Die Schweiz hat prozentual eine viel höhere Netztanbindung und -verbreitung als die genannten Länder, aber das “Phänomen bloggen” hat sich hier noch nicht so recht breitgemacht. Für meinen Geschmack wird hierzulande noch zuwenig gebloggt. Sehe ich da was falsch?
Olaf (link) - 04. Februar 2005 - 00:41 Uhr
In Zeiten von RSS braucht es kein copy-paste-bloggen, um Nachrichten zu verbreiten, im Gegenteil: Durch copy-paste verschlechtert sich die (der? das?) signal/noise ratio. Wenn man aber wirklich etwas substantielles hinzuzufügen hat, dann ist es sicher sinnvoll, ein meme aufzugreifen.
Zum Thema Weblogszene Schweiz gibt’s hier einen längeren Thread:
http://sozialinformatik.ch/2004/12/10/weblogszene/ (naja, länger für unsere Verhältnisse… ).
Die Frage ist ja, woran man “es wird zuwenig gebloggt” festmacht? Soll man den Bekanntheitsgrad von Blogs in der allgemeinen Öffentlichkeit als Mass nehmen, oder die Anzahl Blogs pro 1000 Einwohner? Und wie würde man das messen? Spielt es für uns überhaupt eine Rolle, ob wir ein kleines Trüppchen oder eine Massenbewegung sind? Das ist doch eher wichtig für diejenigen, die mit Blogs ihren Lebensunterhalt verdienen wollen oder müssen.
Und nur um das mal chronologisch etwas realistisch einzuordnen: Gegenöffentlichkeit gab es schon immer im Internet: Usenet, Mailinglisten, IRC, etc; da sind Blogs eigentlich Spätgeborene.
Matthias (link) - 04. Februar 2005 - 08:53 Uhr
Da bin ich mit dir ja im Meisten einig. Ich meine nur, mehr Blog-Engagement kann man nicht erwarten oder fordern; man kann es fördern und ein Beispiel sein. Und darin leisten wir alle ja unseren Beitrag (Blogshop, blog.ch, Weblog FAQ).
Zur Gegenöffentlichkeit: Dazu bräuchte es halt tatsächlich mehr ‘grass root’ und weniger Meta.
Stefan Bucher - 04. Februar 2005 - 09:53 Uhr
Nun ich denke nicht, dass hier und anderswo zu wenig gebloggt wird. Aber eine Massenbewegung würd’ ich dies trotzdem noch nicht bezeichnen, da sich gemeinsame Inhalte im Prinzip auf die Form der Inhalte beschränken. Trotzdem wird hierzulande das Bloggen vielleicht zu wenig offentlich wahrgenommen und wenn, dann eben verzerrt (um die Begrifflichkeit der Kritiken zu sistems Austellung aufzunehmen). Tatsächlich war ich ebenfalls überrascht, wieviele Schreiberlinge schon in der Schweiz uns mit alltäglichem und sonderlichen beglücken.
Man müsste teilweise auch bei jenen das Interesse am Internet im Allgemeinen etwas stärken, die sich ja immer vor dem Aufwand scheuen.
Am sonsten denke ich dass Blogs grösseren Einfluss haben, als die anderen parallelen Öffentlichkeiten, die es zu Hauf schon gab. Man nimmt nun diese Form von Journalismus, sei es amateurhaft oder professionell, auch in der breiten Öffentlichkeit war, zu nenn wäre hier nur das fast schon exzessive berichten der NYT über Blogs.
Wird das Internet so wieder persöhnlicher? Aber eben dann kommt es stark auf die Interessen und vernetztheit der Blogger darauf an, inwiefern ein Aufschrei aufgenommen und weitergeleitet wird, gefiltert oder eben c&p.
Sasha - 04. Februar 2005 - 15:15 Uhr
Über das usenet gab es vor x Jahren auch sehr viele Sensatiönli-Berichte, und da gab es noch viel weniger Internet-Benutzer als heute.
“Das Internet” als solches ist für sehr viele Menschen auch heute noch nur aus Zeitung und Fernsehen bekannt. Das bietet sehr viel Projektionsfläche, nicht nur für Künstler.
Matthias (link) - 07. Februar 2005 - 08:59 Uhr
Und damit sind wir bei der Diskussion um die Kunst an sich, die der Künstler sich ja auch wünscht. Wäre ich schon an der Ausstellung gewesen, würde ich hier jetzt etwas zum Künstlerischen sagen. Doch ich schaffte es am Wochenende wegen Krankheit nicht. Aber die Ausstellung ist ja noch verlängert.
Stefan Bucher - 07. Februar 2005 - 10:16 Uhr
Nun ich denke man muss nicht über die Kunst an sich diskutieren, dies würde unweigerlich ins uferlose führen, denn die Perzeption von Kunst ist sehr individuell, das schliesst aber nicht eine Kunst an sich aus. Die Austellung, mag man sie nun mögen oder nicht, oder ist man damit gleicher Meinung oder nicht, wird wohl Kunst sein. Im Grunde genommen könnte man anbringen, die Blogs sind ein Kommunikationsmittel, welche zu Kunst verarbeitet wurden, schliesst man sich nun dem Kunstverständnis von Frau Sonntag an, so dürfe dei Austellung kein Kommunikationsmittel sein. Hingegen wurde sie zu einem Thema, wobei wir wieder beim Inhalt sind, der nicht vom Künstler kam aber ihn durch seine Sichtweise reproduzierte. (just my 2 cents)
Sasha - 07. Februar 2005 - 15:07 Uhr
Geschrieben von Stefan Bucher am 11. November 2005.