Zum über 10-jährigen Bestehen des Internets wird an manchen Orten darüber nachgedacht, was aus dem weltweiten Datennetz geworden ist. Viren, Spam, Pornografie und Bombenanleitungen – das können doch die Väter des Internets nicht gewollt haben. Deshalb werden Sie in diesen Tagen dazu gedrängt, sich zum Stand des Webs zu äussern.
BBC Newsnight spricht mit Tim Berners-Lee und bedrängt ihn mit Fragen wie «können Sie noch ruhig schlafen?» oder «fühlen Sie sich verantwortlich?» Berners-Lee betont seine Position:
It’s a new medium, it’s a universal medium and it’s not itself a medium which inherently makes people do good things, or bad things. It allows people to do what they want to do more efficiently. […]
I suppose I’m so much more surrounded by the good things that people are doing with it. There are lots of positive stories of people doing great things.
Bei Larry’s World (IT Conversations) gibt es ein Gespräch mit Vint Cerf. Der Vater von TCP/IP muss eingestehen, dass er nicht vorausahnen konnte, was aus dem Internet werden würde. Larry meint, das Internet sei ein «harmful or illegal place to be at» geworden. Und Cerf stellt darauf die ultimative Gegenfrage, ob man das Internet denn besser einstellen sollte.
Sollen wir uns von den schlechten Dingen im Internet bedroht fühlen und an ihnen verzweifeln? Wenn nervöse Journalisten aus dieser Position heraus Interviews führen, dann scheint es fast so. Doch die Internet-Väter und die Menschen, die heute mit dem Medium aufwachsen, haben dem etwas entgegenzusetzen.









