Beleuchtung der Zürcher Bahnhofstrasse

Weihnachtsbeleuchtung

Ich muss glaube ich hier doch noch meine Meinung zur neuen Weihnachtsbeleuchtung der Zürcher Bahnhofstrasse wiedergeben. Das Thema erregt ja viele Gemüter: in den Leserbriefen auf Blogs und in den Kantinen beim Mittagessen.

Das häufigste Argument von denen, die die neue Beleuchtung ablehnen, ist: «Das hat ja überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun.»

Darauf entgegne ich:

  • Das könnte man der alten Beleuchtung ebenso gut vorwerfen. Auch sie zeigte keine Weihnachtssujets, keine Sterne, keine Krippe, keine Engel.
  • An Weihnachten schmücken wir Haus und Baum. Die neue Beleuchtung ist in dem Sinne weihnächtlich, als dass sie ein Schmuck für die Bahnhofstrasse ist. Sie gestaltet den Strassenzug und macht ihre Grösse deutlich.
  • Warum soll ausgerechnet die Bahnhofstrasse der Ort für weihnächtliche Gefühle sein? Zu dieser Jahreszeit herrscht doch besonders viel Hektik, Kommerz und Gier. Wenn ich Besinnung suche, dann setze ich mich lieber in die St.-Peter-Kirche oder das Grossmünster.
  • Die neuen Lichter strahlen nicht so warm wie die alten Lämpchen, ja. Sie bieten dafür spannende Effekte. Sie passen ausserdem ausgezeichnet nach Zürich: Technikverliebtheit und Innovation gehören zu dieser Stadt.

Dank den schönen Fotos von Michael Sengers können wir die alte Beleuchtung mit der neuen Beleuchtung vergleichen (via Guru). Also ich finde es eindeutig: Die neue Weihnachtsbeleuchtung hat viel mehr Kraft.

Und sie gibt der Bahnhofstrasse eine Identität. Das sehe ich auch daran, dass schon unsere Tochter das Bild der Lichter sofort erkennt und mit ihrem Erlebnis vom Samichlausumzug in Verbindung bringt.

6 Kommentare.

  1. Ich glaube die Kritik bezieht sich vorallem darauf das die Lichter weniger warm sind als die alten. Das wirkt besonders krass wo noch “warme” Lichter hängen. Vermutlich werden wird uns aber recht schnell daran gewöhnen.

  2. die alte beleuchtung war doch wesentlich romantischer und verspielter. jetzt herrscht halt auch an weihnachten kühle sachlichkeit. ich werde jedenfalls nicht mehr nach zürich zum weihnachtsshoppen kommen, da ist es jetzt andererort schöner. jmk

  3. Identität ja, warme Farben nein.
    Und ich finde es kommt tatsächlich auch auf eine warme Beleuchtung an. Darum würde ich auch nie nie niemals weiß leuchtende Energiesparlampen (oder in diesem Fall LEDs) als Weihnachtsbeleuchtung abstempeln. Das wäre ja wie…
    puh, jedenfalls wäre es schlimm!

  4. Fuer mich war die alte Beleuchtung ein Teil von Zuerich. Heute lebe ich im Ausland, habe mich aber immer besonders gefreut in eine vertraeumte Maerchenwelt zurueckkommen zu koennen. Das ist jetzt halt aus. Naja, wir Schweizer sind halt konservativ, und es dauert womoeglich noch eine Weile, bis man sich ans Neue gewoehnen wird. Warten wir ab, wie die Loewenstrasse gestaltet werden wird.

  5. Deine Argumente in Ehren… Aber die Weihnachtsbeleuchtung ist schwach. Ich als noch nichtmal mal Mitte Zwanziger finde die Beleuchtung zwar technisch cool, aber im Dezember hat Sie an der Bahnhofstrasse nix verloren. Und zeig mir doch mal eine noch so bekannte, grosse, Weltmetropole ausser Zürich, die keine klassische Weihnachtsbeleuchtung hat?!

  6. Der kalten, absolut technischen Beleuchtung kann keine Weihnachtsstimmung abgewonnen werden.

    Es ist unbegreiflich mit wie wenig Flair und Unvermögen eine so teure Beleuchtung ausgewählt werden konnte.

    Ich würde sie als Normalbeleuchtung von Mitte Januar bis Mitte November in Betrieb setzen und über die Weihnachtszeit demontieren.

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