Hat Sie auch schon einmal jemand nach dem Weg gefragt? Haben Sie darauf auch mit den Händen geantwortet? «Dort, wo Sie das gelbe Haus sehen, nach 100 Metern rechts.»
Auf der Stadtführung zeigt die Tourleiterin auf einen Kirchenturm und sagt: «Die Inschrift sehen Sie gleich unter dem gotischen Fenster links.»
Auch in geschriebenen Texten macht die Sprache deutlich, was zu sehen ist. Die Beschreibung von visuellen Hinweisen macht Texte verständlicher. Die Aufmerksamkeit der Leser lässt sich steuern. Bildhafte Beschreibungen helfen, sich zurechtzufinden.










Yop, heißt das nicht (wenn ich mich recht entsinne) “Deixis”, all diese zeigenden Wörter?
Und wenn man mal genauer hinschaut (!), dann ist die Sprache bis zum Rand voll damit. Es erscheint mir fast so, dass die Sprache nur ein müder Abklatsch des Redens mit Händen und Füßen ist. Meine naiv-evolutionäre Erklärung: Die Augen waren halt früher da als die Sprache. ;-)
Und wie sehen die ersten Wochen des Lernens der Sprache (oder auch einer Fremdsprache) aus?: Wie ein großes Zeige-Spiel.
Vielleicht sind Wegbeschreibungen auch etwas so archaisches, dass man wie der in Vor-Karten-Zeiten zurückfällt? Ich als Jetzt-Mensch zücke aber oft meinen Stadtplan, um verwirrten Touristen zu helfen. Nichtsprachlich eben.
Geschrieben von betonblog.de am 06. März 2006.
verbaler Fingerzeig
Geschrieben von Elisabeth Müller am 18. Februar 2007.