«Yiggen»: Was ist das für ein Verb?

Auf digg.com heisst es Who Dugg This?. Auf YiGG.de, dem deutschsprachigen Pendant, Wer hat diese Nachricht ge’yigg’ed.

Die Amerikaner haben ein englisches Wort («dig», graben) künstlich verwandelt («digg») und in die einfache Vergangenheitsform gesetzt. Daraus haben sie einen schön klingenden Fragesatz erstellt.

Die Deutschen haben ein Ungetüm eines Verbs geschaffen:

  • Weder «Yig» noch «yiggen» sind Wörter der deutschen Sprache. Sie sind auch nicht englisch. «Yigg» ist ein Kunstwort ohne Bezug zu einem existierenden Wort.
  • Das Doppel-g könnte, wie ich es schon angedeutet habe, von einer Verdoppelung eines Schlusskonsonanten her kommen. Diese Regel wurde aus dem Englischen ins Deutsche übernommen. Beispiel: Job, jobben. Blog, bloggen.
  • Der Satz steht im Perfekt; vom «Verb» «yiggen» muss also das Partizip II gebildet werden. Jetzt: Gibt es ein Partizip II mit «ed»? Nein. Auch englische Wörter bilden auf Deutsch das Partizip II mit «-t». Beispiel: «gecoacht».
  • Die zwei Apostrophe machen das Ding nur noch unmöglicher.

Schade, wurde kein passendes existierendes Wort gefunden. Schade, wird etwas Erfundenes noch verenglischt und dann falsch eingedeutscht. So sieht die deutsche Sprache wirklich schlecht aus.

Ob das Wort die Bedienung verständlich macht, kann beurteilen, wer den Service nutzt.

Passend:

FAQ-Liste faql.de: Englische Verben im Deutschen.
Schweizerische Bundeskanzlei: Empfehlungen für den Umgang mit Anglizismen.

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Kommentare (7)

  1. Enrico schrieb:

    so besser?

    Montag, 03. April 2006 um 22:14 #
  2. Enrico schrieb:

    also der text…

    http://yigg.de/2126_Review_Mehr_Mp3s_im_Netz

    Tut mir wirklich leid, ich bin eben kein Deutschlehrer und es war auch nicht meine Absicht irgendein Kunstwort zu schaffen. Dazu gibt es bei yigg einen offenen Entwicklungsprozess und auch ein Formular für Anregungen auf h07.org, evtl. erst darauf hinweisen und danach ablästern Herr Deutschlehrer.

    Montag, 03. April 2006 um 22:16 #
  3. Stefan Bucher schrieb:

    Hallo Enrico. Danke, dass du meinen Beitrag so ernst genommen und das Wort abgeändert hast. Ja, ich gebe es zu, meine Kritik war deutschlehrerhaft. Und das Formular für Anregungen habe ich leider nicht beachtet.
    Es war niemals meine Absicht, jemanden persönlich zu kritisieren.

    Dienstag, 04. April 2006 um 6:51 #
  4. Enrico schrieb:

    Meine auch nicht. War auch nicht so gemeint, war einfach nur Montag. Entschuldige.

    Danke jedenfalls für den Hinweis :)

    Dienstag, 04. April 2006 um 9:23 #
  5. reidan schrieb:

    Die Konsonantenverdoppelung im Deutschen dient übrigens nur dazu, um anzuzeigen, dass der vorangehende Vokal kurz und offen ist.
    Im ersten Abschnitt nach der Liste hat’s etwas wiklich Inkorrektes.

    Samstag, 08. April 2006 um 10:45 #
  6. Stefan Bucher schrieb:

    Daniel, danke. Habe ich korrigiert. Soll ich es in deinem Kommentar auch korrigieren? ;-)

    Samstag, 08. April 2006 um 14:37 #
  7. reidan schrieb:

    Ja, bitte korrigiere “wiklich”. Richtig heisst es “wücki”, wie ich während meiner Studienjahre in Zürich gelernt habe.

    Samstag, 08. April 2006 um 19:13 #