«Schweiz aktuell» am 5. April 2006. Das Thema des Tages
ist der Schnee, der heute bis ins Flachland fiel.
Warum ist der Schnee für die Fernsehmacher wichtig? Weil das Ereignis viele der Kriterien für eine «News» erfüllt:
- Es betrifft uns alle/sehr viele Menschen (das Wetter eben)
- Es ist uns nahe (vor meiner Haustür)
- Es ist ungewöhnlich/unerwartet (Schnee im April (!))
- Es ist bedrohlich (Verkehrsunfälle, Lawinen)
- Es tun sich Helden hervor (die Männer, die die Strassen räumen)
Quelle: meine journalistische Erfahrung.
Tags: journalismus, Medien, schnee, tv










Kommentare (3)
nun, lieber Stefan, das Ereignis des April-Schnees beflügelt zudem auch viele Mitbürger zu den endendendlosen miesepetrigen Kommentaren - am allerschönsten fand ich da Dienstagabend (via Bettina) den Auftrag Deiner Tochter an eben jene Bettina: “Liedli singe” (es schneielet, es beielet).
Ich wünsch Euch Drei schönste Oster, herzlich, D.
Warum ist der Schnee für Fernsehmacher so wichtig?
Fernsehmachern geht Wetter auf die Nerven!
Die mit schlafwandlerischer Sicherheit ewiggleich strukturierten Beiträge zum Thema Schnee, Frühling, juhuu - die Freibäder haben auf, juhuu - Sommermode, der Herbst kommt, und wieder Schnee - und wir ziehen los und versuchen, das Gleiche diesmal endlich anders zu machen.
Uns geht Wetter auch auf die Nerven, weil wir bei Wind und Wetter stundenlang im Freien ausharren, frierend, zitternd, rauchend, mit den Füssen scharrend und wartend (auf das Ereignis oder den O-Ton). Nein, Fernsehmacher mögen Wetter nicht. Redaktionsleiter eigentlich auch nicht. Denn der Neuigkeitswert hält sich in ziemlich engen Grenzen.
Warum ist Schnee für Fernsehmacher so wichtig?
Naja, weil - neben Nähe, Action, Drama, Betroffenheit - alle darüber berichten. Und am Ende, so unschön das auch ist, sind “die anderen” ja eine Hauptquelle.
- “Wo steckt eigentlich der Ole?”
- “Der musste nach Kassel.”
- “Nach Kassel?”
- “Da hat es geschneit.”
- “Ja, und?”
- “RTL hat auch ein Team da….”
LG,
Sonja
Danke, Sonja, für deinen Besuch.
Ja, weil es die anderen tun, das ist auf jeden Fall ein Kriterium, das ich oben anfügen könnte.
Und was die Motivation der Journalisten angeht, da spricht offenbar eine aus Erfahrung … ;-)