Leser brauchen Hilfen

Leser brauchen Orientierung. Wenn die Augen über Zeitungs- oder Webseiten fliegen, suchen sie nach Anhaltspunkten:

  • Überschriften
  • Zusammenfassungen (Lead)
  • Zwischentitel
  • Bilder und Bildlegenden

Dies sind Lesehilfen. Ohne sie, verlieren sich die Augen der Leser in der Blei- (oder Pixel-)Wüste.

Dass daran etwas Wahres ist, zeigt – wie ich finde – der Kultur- und Savoir-vivre-Teil des heutigen «Tages-Anzeigers». Er wurde von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ) gestaltet.

Zeitungsseite ohne Lesehilfe

Die Artikel sind sehr aussergewöhnlich auf der Seite angeordnet. «Nur findet man nichts», war die Reaktion meiner Frau beim Durchblättern. Die Seite hat keine Hierarchie und keine Struktur. Es ist nichts da, was dem Lesen helfen würde. So geht schliesslich auch die Botschaft unter.

Hier unterscheiden sich die Vorstellungen der jungen Studierenden, was Zeitungsdesign ist, noch von denen der Macher des «Tages-Anzeiger»-Layouts. Und von den Regeln für das Schreiben im Web. Zum Beispiel: Klare Gliederung durch Überschriften.

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Kommentare (3)

  1. M. schrieb:

    Jetzt verstehe ich wenigstens, wieso der Tages-Anzeiger seit einigen Tagen in Teilen nicht mehr lesbar ist… schade, dass man Inhalte so verhunzt. Können diese offensichtlich ganz und gar noch nicht ausgebildeten Lehrlinge nicht an einer Nullnummer üben???

    Samstag, 08. Juli 2006 um 22:34 #
  2. Matthias schrieb:

    Das ist halt der Unterschied zwischen Kunst und Handwerk :-).

    Samstag, 08. Juli 2006 um 23:19 #
  3. Stefan Bucher schrieb:

    Kunst hin oder her. Ich finde nur, die jungen Leute müssen schliesslich Design liefern, das den Anforderungen der Leser und des Marktes genügt.

    Sonntag, 09. Juli 2006 um 12:56 #