Wie halte ich eine Kompaktkamera

Stefan hands under the light

Oft wird gesagt, ein Nachteil von digitalen Kompaktkameras gegenüber Spiegelreflexkameras sei es, dass Bilder leichter verwackeln, weil die Kompakten nicht nahe am Kopf gehalten würden um durch den optischen Sucher zu gucken. Weil viele Kompaktkameras gar keinen optischen Sucher haben, schaut man aufs Display. Um dieses gut zu sehen, muss die Kamera vom Körper entfernt gehalten werden. Diese Haltung sei instabiler und deshalb anfälliger für verwackelte Bilder.

Ich finde diese Argumentation hält nicht. Auf dem Bild oben (Danke, Claudia Stucki!) sieht man, wie ich meine Kompaktkamera halte. Es dient meiner Meinung nach gut für eine Studie «Wie halte ich eine Kompaktkamera».

Meine wichtigsten Tipps:

  • Kamera auf der linken Hand auflegen. Der ausgestreckte Zeigefinger der linken Hand gibt dem Kameraboden halt. Der Daumen stützt links das Gehäuse ab. In diesem Winkel liegt die Kamera ruhig und auch sicher.
  • Griff fest mit der rechten Hand umfassen. Je nach Bauart der Kamera fällt dies leichter oder schwerer. Ein satter Griff ist wichtig, damit beim Drücken des Auslöseknopfs nicht die ganze Kamera heruntergedrückt wird.
  • Spannung im Dreieck Schultern-Kamera. Mit beiden Händen an der Kamera ergibt sich eine enge Haltung der Arme. Von den Schultern aus werden die Arme mit Kraft stabilisiert; auch wenn die Kamera entfernt vom Körper gehalten wird (Situation im Bild).
  • Oberarme am Körper anlegen. Noch mehr Stabilität ergibt sich durch Anlegen der Oberarme am Körper. Jetzt sind nur noch die Unterarme frei, die die Kamera festklemmen.
  • Luft anhalten. Damit auch vom Körper keine Regung mehr kommt, fürs Abdrücken mit dem Atmen aufhören.

Stimmt die Technik lassen sich mit einer Kompaktkamera viel längere Belichtungszeiten aus der Hand fotografieren, als mit einer Spiegelreflexkamera. Zwei Gründe tragen dazu etwas bei:

  • Gewicht. Kompaktkameras sind leichter. Hände und Arme ermüden deshalb weniger schnell als beim Halten einer Spiegelreflexkamera, besonders wenn die noch ein schweres Objektiv drauf hat.
  • Kein Spiegel. Erschütterung kommt bei Spiegelreflexkameras in Extremsituationen vom herufklappenden Spiegel. Einen solchen gibt es in Kompaktkameras nicht und dehalb auch nicht die Gefahr des Verwackelns.

Für Spiegelreflexkameras kenne ich von früher die Faustregel: Die Zahl der Brennweite (z.B. 50 mm) bestimmt die Belichtungszeit, die du ohne verwackeln von Hand halten kannst (also 1/50 Sekunde).
Heute halte ich mit meiner Kompaktkamera Belichtungszeiten von bis zu 1/5 Sekunden in der Hand.

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Kommentare (3)

  1. Pepino schrieb:

    Von der Handhaltung hätte ich gerne mal ein Bild gesehen… ;-)

    Dienstag, 12. Dezember 2006 um 1:07 #
  2. Stefan Bucher schrieb:

    Pepino, bei Claudia Stucki auf Flickr hat es noch zwei andere Fotos, die meine Hand zeigen, wie ich die Kamera halte.

    Ich muss mich einmal vor einen Spiegel stellen und ein Foto machen für eine bessere Studie …

    Dienstag, 12. Dezember 2006 um 9:13 #
  3. Flo schrieb:

    Nette Tipps! Ich hab da auch sehr oft Probleme bei der Wacklungsfreien Haltung der Digitalkamera. Liegt glaub ich auch daran das Kompaktkameras längere Belichtungszeiten haben als die Spiegelreflexkameras mit großen Spiegeln…
    Ach ja und du schreibst nur “Luftanhalten”. Wenn man ausatmet und dann die Luftanhält geht es oft noch besser!

    Samstag, 16. Dezember 2006 um 12:05 #

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