Ist der Begriff «Blog» negativ besetzt?

In einem Gespräch fand ich heraus, dass ein Kollege mit dem Begriff «Blog» negative Erfahrungen verbindet. Die meisten meiner Versuche, Blogs zu erklären, vermochten an dieser Einstellung nichts zu ändern. Nur einige wenige Argumente – dies gestand er ein – waren für ihn annehmbar und brachten ihn zum Nachdenken. Es waren die Argumente, die von seinen praktischen Bedürfnissen ausgingen.

Stimmt es, dass der Begriff «Blog» bei vielen Leuten negative Reaktionen auslöst?

Seit vielen Jahren werden in den Medien Blogs häufig als belanglose Tagebücher, als das Werk von asozialen Pyjama-Publizisten oder als Mittel zu Gewaltaufrufen dargestellt. Dieses Bild wird durch immer neue Beispiele genährt. Niveauloses findet sich leicht.

Oder die Frustration wächst, wenn ein Suchmaschinenresultat auf ein Blog verweist, auf dem ein Schreiber aber nur verkehrtes und blödes über ein Thema schreibt. Das ist verlorene Zeit und die Suche muss von vorn beginnen.

Mit welchen Argumenten lassen sich die Nutzen von Blogs verständlich machen?

Ansetzen lässt sich bei den praktischen Bedürfnissen.

  • Es ist eine Tatsache, dass die Leute sich mitteilen wollen: Eine Person stellt ihr Hobby vor, eine Firma ihre Angebote, ein Team seine Ergebnisse. Sie alle suchen nach einem Weg, um ihre Inhalte einfach zu publizieren.
  • Ein Blog ist ein Werkzeug um einfach Webseiten zu erstellen. Auf diesen Seiten lassen sich auch Word-Dokumente und Präsentationen ablegen oder Bilder und Filme zeigen.
  • So ist ein Blog ein leicht zugänglicher Ort um diese Informationen schliesslich abzurufen, wenn sie gebraucht werden.

Was es über Blogs zu sagen gibt, endet hier natürlich noch lange nicht. Aber vielleicht können diese Argumente einmal ein Fundament legen, auf dem man sich einig ist, dass es ums Schreiben und Lesen im Web geht.

Siehe auch:

WeblogFAQ - Was ist ein Weblog?

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Kommentare (3)

  1. rafael schrieb:

    Auch wenn die Medien immer wieder darüber berichten, was ein Blog ist und wer ein solches Betreibt…viele Leute wissens immer noch nicht. Und ich habe im Gespräch noch nie Jemand kennengelernt, der negative erfahrungen damit gemacht hat. In Zukunft wird das Blog oder der Nachfolger sehr wichtig sein, in Bezug auf die Meinungsbildung. Dessen bin ich mir immer sicherer.

    Donnerstag, 01. Februar 2007 um 0:10 #
  2. Das Bloggen wird vorallem durch die Blogger selbst überschätzt. Was ist es denn tatsächlich? Eine wenn auch mittlerweile große Gruppe von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen mehr oder weniger regelmäßig etwas in ein bestimmten Form veröffentlichen. Die Leser wiederum sind zu fast 100% auch Blogger. Und wie Rafael schon schrieb, andere Leute wissen meist nicht einmal was ein Blog ist. Die negative Erfahrung Ihres Kollegen scheint mir eher ein Einzelfall zu sein.

    Samstag, 03. Februar 2007 um 13:33 #
  3. Stefan Bucher schrieb:

    Ihr habt schon recht. Es gibt verschiedene Wahrnehmungen. Selbstverständlich haben Blogger selbst eine positive Einstellung zu Blogs.
    Das Vorurteil eines Nicht-Bloggers war für mich immerhin Anlass, mir Argumente einfallen zu lassen, die sich in den letzten Tagen in meinem Umfeld auch schon wiederholt als brauchbar herausgestellt haben.

    Montag, 05. Februar 2007 um 21:37 #