Menschen reagieren empfindlich, wenn es um ihr persönliches Abbild geht. Doch sollte der Fotograf Menschen nur so darstellen, dass diese sich geschmeichelt fühlen?
Einen Fall, aus dem ich diese Problematik herauslese, schildert der Artikel Drüben in Bern
im Das Magazin
von diesem Wochenende. Der Berner Fotograf Michael von Graffenried fotografierte Menschen in der US-Kleinstadt New Bern. Seine Fotos wurden von den Amerikanern als «wenig schmeichelhaft» empfunden, auf den Fotos würde ein negatives Bild gezeichnet.
Ich selber habe letzte Woche Porträts gemacht, auf die die abgebildeten Personen empfindlich reagierten. Zum Beispiel störte sich jemand an den Knittern auf seinem Hemd – wo ich mich darüber freute, wie das Licht die Struktur des Hemdes so hervor treten liess, und damit ein Merkmal der Person herausstrich.
Diese Fragen dürften mich wohl noch weiter beschäftigen, sollte ich vermehrt Menschen fotografieren: Sollten Fotos schmeicheln? Darf der Fotograf seine Vorstellung einer Abbildung über das Abbild der Person stellen? Kann er gar Böses anstellen mit so harmlosen Mitteln wie Licht und Kamera?
Gemäss Das Magazin
setzte sich wenigstens der Bürgermeister von New Bern für die Arbeit von Graffenrieds ein. Der Fotograf, sagte er, sei schliesslich «ein Künstler. Und man kann einem Künstler nicht vorschreiben, was er darstellen soll.»










Fotos sollen nicht und müssen nicht immer schmeicheln. Das beste Bespiel ist momentan die Fotokampange geben magersüchtige Modells. Allein dieses Foto bringt mich und auch viele andere Leute zum nachdenken.
Geschrieben von Alex Schwarz am 29. November 2007.
Oh ja, das ist ein deutliches Beispiel. Hier hat der Fotograf seine Vorstellung der Bildaussage tatsächlich durchgesetzt.
Geschrieben von Stefan Bucher am 29. November 2007.
Selber sehe ich das vor allem an Bildern, die ich von meiner Frau mache. Einige davon stelle ich dann auf. Und es sind nie die Bilder, wo sie glücklich in die Kamera lacht, sondern wo sie gähnt, von der Sonne geblendet wird, sauer ist, oder vom Wind zerzaust wird. Natürlich will sie nicht wie eine Fetthaarwurst aussehen. Ich denke der springende Punkt ist dass viele Leute nicht gerne auffallen und deswegen oft die langweiligsten Bilder von ihnen selber “gut” finden, wärend der Betrachter gerne interessante, dh. auffalende Bilder hat. Bloss nicht auffallen. Das war schon in der Schule so und zeigt sich bei den Fotos wieder.
Geschrieben von Alex Schröder am 22. Dezember 2007.