In der guten alten Fotoabteilung von Eschenmoser gibt es Stative der Marke FanCier zu kaufen. Angeschrieben sind sie als «Profi-Stativ». Ein Modell aus Alu mit kleinem Kogelkopf kostet 149 Franken, eines aus Karbon mit Dreiweg-Neiger kostet etwas mehr.
Ich habe im Laden mit dem günstigeren etwas hantiert und es ganz ausgezogen. Es fühlt sich robust und stabil an. Ich habe es auch mit einem Marken-Stativ verglichen und es fühlte sich nicht offensichtlich wackliger an.
Ich frage mich nun: Wäre das ein guter Kauf?
Im Internet habe ich über die Marke FanCier wenig herausgefunden. Offensichtlich handelt es sich um ein Produkt aus China. Eine Firmen- oder Produkte-Website war nicht zu finden, auch praktisch keine Benutzerberichte.
Auf photo.net hat ein Nutzer seine Erfahrungen mit einem FanCier-Stativ beschrieben, und dieser Bericht klingt gar nicht so schlecht. In einem Forum an einem anderen Ort fand ich die Aussage, Stative der Marken Gitzo oder Manfrotto seien einfach überteuert.
Mir ist klar: Qualität hat seinen Preis. Und mir geht auch folgendes Zitat von The-Digital-Picture.com nicht aus dem Kopf:
Skip this costly upgrade cycle and buy right the first time. Few regret buying a quality tripod – a quality tripod will make you want to use it more – your photography will improve because of it.
Ich überlege mir dennoch, ob ich mit dem Kauf des China-Statives nicht doch zufrieden wäre. Ich könnte damit auf jeden Fall mehr unternehmen, als mit meinem jetzigen.
Ist so ein Stativ etwas wert oder würde ich den Kauf tatsächlich nur bereuen?
10.12.2007 um 20:52
Hallo Stefan
Es kommt wirklich darauf an, für was du das Stativ brauchst.
Für Fotos kann das Eschenmoser-Stativ ganz gut sein. Es muss ja nicht grosse Bewegungen aushalten. Wichtig ist einfach, dass der Kopf fein eingestellt und auch wirklich da festgeschraubt werden kann, wo du ihn willst. Oft haben diese Stative “Spiel” und das führt schnell mal zu grossem Aerger. Zu beachten ist vor allem auch das Teil, wo die Kamera drauf geschraubt wird. Das ist die eigentliche Heikelzone. Es kommt auch noch auf das Gewicht der Kamera an. Am Besten testen ;-)
Für Videoaufnahmen würde ich solche Stative nie empfehlen. Solche kannst du bei mir kostenlos abholen. Ich verwende sie nur noch als Lampen/Scheinwerferhalter. Da muss ich einfach sagen, dass es für mich nur noch Manfrotto gibt. Ich kaufe sie jeweils bei http://www.buchmann.ch. Der macht gute und faire Preise und liefert sehr schnell. Auf Wunsch garantiert innert 24 Stunden. Weitere Fragen gerne per Mail.
10.12.2007 um 22:41
Ich habe mir vor meinem Ausflug nach Las Vegas für 30 Dollar ein No-name-Stativ gekauft. Ich wollte nicht viel Geld ausgeben und wusste nicht mal, ob ich es mit dem Gepäck zurück nach Deutschland bringen konnte. Jetzt verstaubt es im Keller.
Wieder daheim angekommen verwende ich jetzt ein wesentlich stabileres Velbon-Stativ, das meine Frau vor mehreren Jahren für ihre damalige Videokamera gekauft hatte. Wichtigstes Utensil: die abnehmbare Bodenplatte (falls die Kamera doch mal schnell vom Stativ runter muss… Regen!) und der in alle Richtungen bewegliche Kopf.
Investier’ lieber ein bisschen mehr Geld, das lohnt sich!
10.12.2007 um 23:09
Danke Roger und Jean Pierre für Tipps und Zuspruch. Es ist schon so: Ich brauche es nicht für extreme Anwendungen und ausschliesslich für Fotos. Auch nicht für lange Objektive. Aber immerhin für Mittelformat. Den Anforderungen würde das China-Stativ wohl schon genügen.
Blöd wäre einfach, wenn nach ein paar Monaten lottert oder auseinander fällt …
16.12.2007 um 22:21
Naja, ob überteuert oder nicht, ist wohl Ansichtsache.
Seit ca. 12 Jahren besitze ich ein “kleines” Manfrotto (Mini Basic MA 190DB). Ohne Kopf ist das durchaus bezahlbar gewesen, sonst hätte ich mir das als Studentin kaum leisten mögen. Damals habe ich mir einen recht günstigen 3D Neiger dazu gekauft, der nun (nach ein paar “Material-Updates”) mit meiner Nikon D200 und einer schweren Festbrennweite langsam an seine Grenzen stößt. Ein neuer Kopf muss also demnächst her, aber das Stativ ist klasse. Da klemmt nix, da vibriert aber auch nichts. Es ist standfest und variabel. Bei der aktuellen Version kann man die Mittelsäule durch Umstecken bodennah einsetzen.Ausserdem ist es noch gerade leicht genug, um es auch bei längeren Ausflügen (mit einem Tragegurt quer über dem Rücken getragen) mitzunehmen. Abnutzungserscheinungen = Null bisher.
Scheint als wäre der Kauf von Damals nicht verkehrt gewesen.
16.12.2007 um 23:01
Ohne Kopf ist für mich auch eine Option, denn ich habe noch einen guten Kopf. Deine Erfahrung, Mo, zeigt mir, dass es sich wohl lohnt, ein Markenprodukt zu kaufen, wenn auch nur teilweise.
19.12.2007 um 17:09
Hi !
Da ich ein blutiger Anfänger bin mal eine Anfänger Frage :
Muß denn alles was aus China kommt auch minderwertig sein ?
Ich teste gerade ein chinesisches Produkt und bin hoch zufrieden damit. Es hat zwar nicht das geringste mit der Fotografie zu tun aber ich will ja nur damit sagen das nicht alles schlecht ist was aus Fernost kommt.
Gruß Axel
25.04.2008 um 8:34
[...] war ja schon eine Weile auf der Suche nach einem neuen Stativ. Schliesslich habe ich weder das China-Stativ noch eines der beiden grossen Marken genommen. Ich finde, die japanische Stativschmiede Slik hat [...]