Gedruckte Fotografie: Es gibt kein gut oder schlecht

Schaut man durch Fotobücher, sieht man bei den gedruckten Bildern alles: von Hochglanzdruck bis Fotokopiererqualität.

Gar nicht selten sind grober Raster, raues Papier, versoffenes Schwarz, ausgefranstes Weiss. Oft schlecht daher kommen Bilder, wenn sie sich über einen tiefen Falz hinweg ausbreiten. Oder sehr kleine Abbildungen.
So zum Beispiel auch im Buch «Eine andere Art zu erzählen», das ich mir kürzlich gekauft habe und sehr empfehlen kann. Im Druck ist viel Zeichnung in den Fotografien verloren gegangen. Die Bilder erzählen ihre Geschichte jedoch auch so.

Alle diese Darstellungsformen im Print widersprechen dem doch oft propagierten Optimierungsstreben bei Megapixeln, Tintenstrahl- und Pigmentgrösse, microfeinen Papieroberflächen und Riesenvergrösserungen.

Mich erstaunt es einfach: in der künstlerischen Darstellung ist alles möglich. Es gibt kein gut oder schlecht. Der Buchmarkt druckt scheinbar alles. Etwas anderes scheint wichtiger zu sein als die maximal mögliche Technologie.

Ich finde diese Beobachtung auf jeden Fall inspirierend für eigene Ideen, wie ich Bilder präsentieren könnte.

Geschrieben am 06. Jun 2008. Kategorie: Fotografie. Tags: , , . 1,050 Mal angesehen.

Weiter lesen.

4 Kommentare zu “Gedruckte Fotografie: Es gibt kein gut oder schlecht”

  1. Uwe Mayer sagt:

    Ja, zum Glück gibt es Bilder denen nicht mal die schlecht beherrschte Technik ihre Kraft nehmen kann.
    Dennoch: kommt mir mal ein wirklich qualitativ hochwertiges Buch oder eine Zeitschrift (bei mir bspw. Lenswork) in die Finger, dann fällt der Unterschied schon arg auf – man fällt fiel schneller ins Bild hinein.

    Viele Grüße
    Uwe

  2. Stefan Bucher sagt:

    Lenswork habe ich noch nie in der Hand gehabt. Ich würde mich gerne von der Qualität beeindrucken lassen, das ist wahr.

  3. Sonja sagt:

    Die Quali-Unterschiede sind wirklich sehr unterschiedlich – ich habe z.B. das fünf Kilo leichte “a democracy of photographs” im Regal. Der Druck ist ziemlich mau, aber die Herausgeber wollten wohl möglichst viele Fotos von Augenzeugen von nine eleven zusammentragen und haben Abstriche gemacht.

    Was ich total spannend finde, ist die Möglichkeit, selbst ein schöne gesetztes Fotobuch mit den eigenen Fotos zu machen (gern auch als pdf zum ausdrucken, wie bei http://www.democraticbooks.org).

  4. Stefan Bucher sagt:

    Ja, Sonja, das ist die andere Seite: die ganzen Selfpublished-Bücher, die ja immer mehr werden und wohl so in einer Durchschnitts-Qualität hergestellt sind.
    Interessanter Link, kannte ich noch nicht.

Kommentar schreiben

Diese Seite merken

Teilen oder speichern.