Braun-Tonung für klassische Bildwirkung

Peperoni (Sepia)

Dies ist mein erster Versuch mit einem braungetonten Bild.

Das Bild der Peperoni (schweizerisch für Paprika ;-)) entstand unter meinem Dachfenster auf einer alten Holzkommode. Ein wunderbares Setting für Stillleben, fand ich. Und mit dem Resultat in Farbe war ich dann auch zufrieden.

Die einfache Komposition rief bei mir klassische Stillleben in Erinnerung. Auf Weihnachten habe ich ein Buch mit Pflanzenbildern von Karl Blossfeld geschenkt bekommen. Diese klassischen Meisterwerke werden uns heute oft mit Brauntonung präsentiert.

Brooks Jensen zeigt in seinem The New 100 Prints Project durchwegs getonte Schwarzweissfotografien. Die Bilder seines laufenden Projekts beschreibt der Herausgeber des Lenswork Magazins und Podcast jeweils mit einem gesprochenen Kommentar. Und weil ich Brooks Jensen stundenlang zuhören könnte, habe ich mir aus dem Lenswork Podcast-Archiv einige Folgen angehört.

In LW0188: How Brown Is the Perfect Warm Tone? (MP3) geht es um die Brauntonung. Als ich mir das anhörte, dachte ich mir, das Peperonimotiv wäre geeignet für einen Versuch.

Der Effekt gefällt mir in diesem Bild. Doch bleiben für mich einige Unsicherheiten: Ist die Tonung zu stark? Sollte ich auch in anderen Serien damit experimentieren? Was gewinnt das Bild tatsächlich durch die Bearbeitung? Ich befürchte, dass einem vor lauter Brauntonung neutrale Schwarzweissbilder bald langweilig erscheinen. Dann muss es immer mehr sein und man beschäftigt sich nur noch mit der perfekten Tonung statt mit dem Objekt, der Komposition oder der Serie.

Bis auf weitere vereinzelte Versuche, also.

Links:
Karl Blossfeld Archiv
Wikipedia: Tonung

Geschrieben am 04. Jan 2009. Kategorie: Fotografie. Tags: , , , , . 1,708 Mal angesehen.

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8 Kommentare zu “Braun-Tonung für klassische Bildwirkung”

  1. Uwe Mayer sagt:

    Die Brauntönung wirkt auf mich ansprechend, genau richtig.

    Ich finde allerdings das eine Brauntönung bei kontrastreichen Bilder besser wirkt, kontrastärmere Aufnahmen werden durch Brauntonung selten besser.
    Auch das wandeln in ein Schwarz-Weiß-Bild per Kanalmixer sollte auf die spätere Tonung abgestimnmt sein. Damit das Hauptobjekt des Bildes trotz der Kontrastreduktion durch die Tönung immer noch hervortritt (wenn nicht Form oder Linien dafür sorgen).

  2. Der Ohlsen sagt:

    Mir gefällt’s in Farbe besser. ;)

    Vor allem zu meiner rein digitalen Zeit (2004/2005) habe ich ständig mit Sepiatönungen gespielt und später habe ich für einen ähnlichen Effekt nach dem Scannen von s/w-Filmen immer noch ein paar Prozente der Farbmaske beibehalten.
    Irgendwann war mir das aber über und ich bin seitdem zum Puristen geworden.

    Egal, ob digital oder analog, s/w nur noch 100%ig entsättigt. Ich glaube es liegt daran, dass man mit Sepia, auch wenn man Wärme gewinnt, meistens doch genau das Gegenteil der erwünschten klassischen Bildwirkung erreicht. Es ist mir einfach zu klar, dass dies heutzutage nur noch sehr selten der natürliche Look eines Bildes ist und da etwas künstlich am PC gepimpt wurde.
    Dagegen erscheint mir vollständiges s/w irgendwie ehrlicher und konsequenter aufs Motiv reduziert.

  3. Stefan Bucher sagt:

    Danke fürs Feedback.
    Uwe, deine Erfahrungswerte sind für mich gute Hinweise und helfen mir sicher bei weiteren Versuchen.

    Stephan, mit deiner Aussage unterstützt du mein Gefühl, dass reines Schwarzweiss doch das Wahrere ist …

  4. Der Ohlsen sagt:

    Du schreibst ja bei den Unsicherheiten als erstes “Ist die Tonung zu stark?”
    Gerade das ist ja eine reine Geschmacksfrage. Und wenn ich da in einigen alten Ordnern von mir rumblättere, stelle ich häufig mit Erschrecken fest, wie sehr sich mein Geschmack seit jenen Bearbeitungen geändert hat. ;)

  5. zoomyboy sagt:

    Die Brauntönung finde ich Wunderbar, sehr beruhigend. Und durch die leicht fallende Linie der Holzplatte bekommt das Bild sogar noch einen Funken Dynamik. Sehr Klassisch und Gut.

  6. Stefan Bucher sagt:

    Dankeschön, Herr zoomyboy :-)

  7. oliver sagt:

    hi christian,

    den Hintergrund und die Holzplatte kommen durch Licht Farbe und Struktur sehr schon raus, wie ich finde! allerdings fehlen mir die Strukuren (logischerweise) bei der Paprika, weil die keine hat *gg*, der “Stiel” kommt klar rüber aber der Rest leider nicht. Gleiches Setting anderes Material? Orange zum Beispiel?

    cu ollie

  8. Blätter Stillleben | zoomyboy sagt:

    [...] das Sehen, üben und ausbauen. Weiterführende Informationen:Bildbeispiel von Stefan Bucher – Braun-Tonung für klassische Bildwirkung [↩]William H. Fox Talbot entdeckte 1840 ein Verfahren, dem er den Namen [...]

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