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Das Asylverfahren



Von der Einreise bis zur Asylgewährung oder Wegweisung. Das Asylverfahren ist ein Apparat. Eine Übersicht soll Klarheit schaffen.

Grafik: Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH)

Grafik: Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH)


Einreise
Die Asylgewährung ist das erhoffte Ende des Asylverfahrens. Am Anfang steht das Asylgesuch. Es wird entweder schon in einer Schweizer Vertretung im Ausland gestellt, oder nach dem illegalen oder legalen Grenzübertritt in einer der vier Empfangsstelle des Bundes oder am Flughafen. Am Flughafen wird in einem ersten Verfahren über die Erlaubnis zur Einreise entschieden.

Empfangsstelle
In den Empfangsstellen findet eine erste Befragung der Asyl Suchenden zu ihren Personalien und Fluchtgründen statt. Es wird geprüft, ob auf das Asylgesuch eingetreten werden muss. Als Nichteintretensgründe gelten fehlende Identitätspapiere, Einreise aus einem verfolgungssicheren Land und missbräuchlich nachgereichte Asylgesuche. Ein Nichteintretensentscheid hat meistens die sofortige Wegweisung zur Folge.
Asyl Suchende, die zum Verfahren zugelassen sind, werden von den Empfangsstellen auf Grund eines Verteilschlüssels an die Kantone weiter gewiesen.
In den Kantonen leben Asyl Suchende mindestens sechs Monate in einem Durchgangszentrum. Danach liegt es an den Kantonen beziehungsweise den Gemeinden, ob sie in anderen Unterkünften oder Wohnungen untergebracht werden können.

Kantonale Befragung
Bei der kantonalen Fremdenpolizei findet eine ausführliche Anhörung der Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller statt. Das Gespräch wird von einer Hilfswerkssvertetung mitverfolgt: sie kann Fragen stellen lassen, Einwände vorbringen und zusätzliche Abklärungen anregen.

Asylentscheid
Auf Grund der kantonalen Befragung und weiterer Akten entscheidet das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) über das Asylgesuch. Ist der Asylentscheid positiv, wird der oder die Asyl Suchende als Flüchtling anerkannt. Bei einem negativen Entscheid wird geprüft, wer trotzdem bleiben kann (vorläufige Aufnahme) und wer weggewiesen wird.
Gegen den Asylentscheid kann innerhalb von 30 Tagen eine Beschwerde bei der schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) eingericht werden.
Halten Asyl Suchende die gesetzte Ausreisefrist nicht ein, ist es Aufgabe der kantonalen Polizei, die Wegweisung zu vollziehen. (sbu)


Informationen

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) ist Anwältin der Asyl Suchenden, vorläufig Aufgenommenen und anerkannten Flüchtlinge. Sie ist eine Fachorganisation und setzt sich für ein faires und korrektes Asylverfahren und die Integration von Flüchtlingen in der Schweiz ein. Die SFH ist der nationale Dachverband der vom Bund im Asylbereich zugelassenen Hilfswerke Caritas, HEKS (Hilfswerke der Evangelischen Kirchen der Schweiz), SRK (Schweizerisches Rotes Kreuz), SAH (Schweizerisches ArbeiterInnenhilfswerk) und VSJF (Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen). Sie ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Schweizerische Flüchtlingshilfe
Monbijoustrasse 120
Postfach 8154
3001 Bern
Telefon 031 370 75 75
www.fluechtlingshilfe.ch


Das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) ist 1990 aus dem «Delegierten für das Flüchtlingswesen» hervorgegangen. Das BFF hat folgende Hauptaufgaben: Es
• vollzieht das schweizerische Asylrecht
• prüft in einem individuellen Verfahren Asylgesuche
• sorgt gemeinsam mit den Kantonen und Hilfswerken für den Empfang und die Aufnahme von Asylsuchenden
• fördert die freiwillige Rückkehr von Asylsuchenden.
Bundesamt für Flüchtlinge
Quellenweg 6
3003 Bern-Wabern
Telefon 031 325 11 11
www.asyl.admin.ch

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